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Warum ein Welpe 1000 EUR kostet
Das rechnet eine BCD-Züchterin (Beagle) auf ihrer Website
Interessenten vor:
Ist ein Preis von 900 bis 1.000 EURO für einen
Welpen gerechtfertigt ?
Die Beantwortung dieser Frage bedarf einer etwas weitergehenden
Ausführung.
Fangen wir mit der Mutterhündin an. Sie wird eines Tages
als Welpe bei einem BCD-Züchter für 900 Euro gekauft.
Dieser Welpe soll in zwei Jahren selber einmal Muttertier
werden, sofern sie sich gut entwickelt und zur Zucht zugelassen
wird.
Während dieser Entwicklungsphase wird die Hündin
Ihre 12-Wochen-Impfung für ca. 40 EURO erhalten. Es wird
ebenso im Ater von ca. 20 Wochen die Auffrischung der Tollwutimpfung
für ca. 20 Euro erfolgen wie auch das erste mal die jährliche
Auffrischung der Impfstoffe für ca. 50 Euro.
Ebenso halten wir uns an die Empfehlung der vierteljährlichen
Entwurmung. Die diesbezüglichen Medikamente kosten ca.
10 Euro / Anwendung.
Neben den ca. 20 Euro reinen Futterkosten pro Monat summieren
sich die Kosten eines
gesunden Beagles bis zum Alter von zwei Jahren auf ca. 630
Euro auf.
Diesen Betrag wird jeder verantwortungsbewusster Beaglebesitzer
innerhalb der ersten
beiden Lebensjahre mindestens ausgeben.....egal ob er züchten
will oder nicht!!!!
Wenn Sie also den Kauf eines Beagle (oder eines Hundes gleicher
Größe) beabsichtigen,
seien sie sich darüber bewusst, daß ein absolut
gesunder Hund mittlerer Größe, neben
viel menschlicher Zuwendung, monatliche Kosten von ca. 30
Euro "verursachen" wird.
Bei einem gesunden Beagle dürfen Sie von einer Lebenserwatung
von 12 bis 18 Jahren ausgehen........das entspricht also einem
Posten von ca. 15Jahren x 12Monaten x 30 Euro.
Auf die Summe von ca. 5.400 Euro (ohne auch nur einmal zusätzlich
beim Tierarzt gewe-
sen zu sein) werden wir später noch einmal zurückgreifen.
Kehren wir wieder zurück zu unserer Zuchthündin,
zwischenzeitlich 2 Jahre alt und noch
nicht zur Zucht zugelassen. Für die Zucht in einem der
FCI angeschlossenen Vereine müs-
sen Sie sich gebührenpflichtig einen international geschützten
Zwingernamen reservieren
lassen. Diese Gebühr in Höhe von ca. 150 Euro beinhaltet
auch die im BCD zu absolvieren-
de Züchterprüfung über Grundkenntnisse der
Zucht, genetische Vorgänge und züchterische
Ethik. Die zur erfolgreichen Absolvierung der Prüfung
erforderliche Literatur wird für einen
Betrag von ca. 80 EURO erworben.
Jetzt sind zwar wir als Züchter international zertifiziert
und berechtigt im Sinne des einzig
weltweit organisierten Züchterverbandes zu agieren, jedoch
muß auch unsere Hündin wei-
tere Voraussetzungen erfüllen.
So ist der erfolgreiche Besuch von mindestens drei Ausstellungen
ebenso vorgeschrieben
wie eine HD-Untersuchung und die Erstellung eines genetischen
Fingerprints.
Wir haben mit unsern Beagles zahlreiche Ausstellungen zwischen
Engesvang (in Däne-
mark) und München, ebenso wie zwischen Amsterdam und
Berlin besucht. Wenn wir jetzt
einmal die weiter entfernten Ausstellungen, die nicht selten
zwei Übernachtungen mit sich
bringen, außer Betracht lassen, so ist eine mittlere
Entfernung zwischen Ausstellung und
Wohnsitz von ca. 200 km durchaus realistisch.
Neben den Meldegeldern in Höhe von jeweils ca. 50 Euro
/ Ausstellung, den PKW-Kosten
von ca. 100 EURO / Ausstellung gibt der Züchter noch
ca. 120 EURO für die HD-Röntgen-
aufnahme beim Tierarzt aus. Hinzu kommen noch einmal ca. 50
Euro für die DNA-Probe.
Die DNA- und HD-Auswertung durch einen vom VDH als sachkundig
zugelassenen Ver-
trauensarzt wird uns als Züchter eine weitere Gebühr
von ca. 150 Euro abverlangen.
Jetzt haben wir unsere Hündin zur Zucht zugelassen. Welpenkaufpreis,
Futterkosten,
Impfungen, Wurmkuren, Zwingerschutz und Zuchtzulassung umfassen
nun eine Voraus-
leistung von ca. 2.530 EURO.
Betrachten wir nun die reinen Kosten, die um einen durchschnittlichen
5er Wurf (statistische,
mittlere Wufgröße bei Beagles zwischen den Jahren
1990 und 2003 beträgt 4,5 Beagle)
herum anfallen.
Als erstes sollte man sich beim Tierazt vergewissern, daß
die Hündin keinerlei gefährli-
chen Keime mit sich führt. Erfahrene Besitzer erfolgreicher
Deckrüden fordern einen ent-
sprechenden tierärztlichen Nachweis zum Schutz ihres
Deckrüden und der nachfolgend
zu belegenden Hündinnen. Diese Bescheinigung schlägt
mit ca. 100 Euro zu Buche. Der Deckrüdenbesitzer wird
eine Decktaxe von ca. 500 Euro erhalten. Dafür darf die
Hündin
dann auch mindestens zweimal innerhalb eines Zeitraumes von
vier Tagen belegt werden.
Bei einer mittleren Entfernung von ca. 200km zum Deckrüden
darf der Wert des Deckaktes
mit ca. 800 EURO angenommen werden.
Nach guter Pflege der Hündin und so mancher Extraportion
besonders nahrhaften Futters
(ca. 50 EURO extra) erblicken die Welpen nach ca. 9 Wochen
das Licht dieser Welt...natür-
lich nur bildlich....die Augen und Ohren öffnen sich
ja erst später.
Nach ca. 2 Lebenswochen kommt der Tierarzt und kontrolliert
die Aufzuchtbedingungen
und den Zustand der Welpen und der Mutterhündin. Bei
diesem erforderlichen Hausbe-
such (ca. 50 EURO) erhalten wir eine Bescheinigung, die uns
berechtigt die Ahnentafeln
zu beantragen. Diese treffen in der vierten oder fünften
Lebenswoche gegen eine Gebühr
von ca. 250 EURO bei uns ein.
Die Welpen sind nun vier bis fünf Wochen alt, die Hündin
erhält seit dem Wurf zur Unter-
stützung "Welpenmilch" und zusätzliche,
kalziumreiche Präparate. Allein für die Hündin
werden bis zur achten Lebenswoche der Welpen zusätzliche
Futterkosten in Höhe von
ca. 200 Euro erforderlich. Die Welpen werden ab der vierten
Woche ebenfalls zur Ent-
lastung der Mutterhündin von uns zugefüttert. Bis
zur achten Lebenswoche werden auch
unsere fünf Welpen insgesamt für ca. 100 EURO zusätzlich
Nahrung aufgenommen haben.
Nicht zu vergesse ist die regelmäßige Entwurmung
der Welpen. Unsere Welpen erhalten
am 14. , 24. , 34. , 44. und 54. Tag eine Wurmkur. Würmer
werden von jeder Mutterhündin
an die Welpen übertragen. Jede Hündin hat sie und
gibt sie an die Welpen weiter. Es ist
daher unheimlich wichtig, daß die Welpen und die Mutterhündin
während der Säugezeit
regelmäßig entwurmt werden. Die Kosten hierfür
betragen weitere ca. 100 EURO.
In der achten Woche erhalten die Welpen ihre erste Impfung
durch den Tierarzt bei uns zu
Hause. Bei diesem Besuch untersucht der Tierarzt die Welpen
nach anatomisch zu erken-
nenden Fehlern und hört die Atemwege und die Herztöne
ab. Bei Rüden wird auch das Vorhandensein der beiden
Hoden kontrolliert. Die Ohren werden untersucht und die Zahn-
stellung kontrolliert. Bei den angenommenen fünf Welpen
sind dies noch einmal ca.
400 EURO.
Zusammengefasst ergeben sich unmittelbar durch einen durchschnittlichen
Wurf verur-
sachte Aufwendungen in Höhe von ca. 1.950 EURO. Für
den ersten Wurf geht der Züchter
also mit ca. 4.500 EURO in finanzielle Vorleistung.
Exakt diesen Betrag erzielt er durch den Verkauf seiner fünf
Welpen.
Der besonders kritische Leser wird jetzt anmerken, daß
die Kosten des zweiten Wurfes
aber nicht mehr so hoch sein werden.
Richtig.
Es wird keine Aufwendungen mehr für den Kauf der Hündin,
die Zwingerzulassung und die Zuchtzulassung der Hündin
entstehen.
Beim zweiten Wurf wird sich somit ein "Überschuß"
herausstellen. Rechnen wir mal aus....
die Hündin ist jetzt ein Jahr Älter......12 x 30
EURO plus 1.950 EURO wurfgebundene Kosten
sind zusammen ca. 2.400 EURO.
Ab dem zweiten Wurf ergibt sich somit ein "Überschuß"
von ca. 2.100 EURO.
Bei durchschnittlich 5 Würfen je Hündin liegt der
Gewinn somit bei ca. 8.400 EURO !!!!
????? 8.400 EURO Gewinn aus fünf durchschnittlichen Würfen
?????
An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich darauf
hingewiesen, daß bei der vorange-
gangenen Betrachtung alle fünf Geburten "bilderbuchmäßig"
perfekt stattgefunden haben.
Es gab keinen Kaiserschnitt, die Hündin und alle 25 Welpen
hatten keinen einzigen ge-
sundheitlichen Zwischenfall, der den zusätzlichen Besuch
eines Tierarztes erforderlich
machte.
Weiterhin sind alle 25 Welpen fehlerfrei gewesen und haben
somit jeweils den maxima-
len Kaufpreis von 900 EURO erzielt !
Nur unter dieser einschränkenden Sichtweise sollte jetzt
auch weiter gelesen werden !!!
Den maximalen Gewinn fahren jetzt die Züchter ein, die
sich aus der Verantwortung ziehen
und sich der "ausgedienten" Zuchttiere entledigen......
denn im Alter kommen auch beim
Tier die sogenannten "Wehwehchen". Und unsere Hündin
ist jetzt ja erst maximal 8 Jahre
alt..... und soll ja noch 7 Jahre leben. In den sieben Jahren
wird sie aber noch mindestens
7 x 12 x 30 = ca. 2500 EURO an Nahrung, Wurmkur und Impfung
"verbrauchen".
Somit bleiben ca. 8.400 minus 2.500 = 5.900 EURO zur freien
Verwendung.
Wir wollen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich
daran erinnern, daß bei unserer "Modellrechnung"
die Hündin in Ihrem gesamten 15-jährigem Leben nicht
einmal krank
war. Dies ist in höchstem Maße unrealistisch, aber
wie will man die durchschnittlichen
Tierarztkosten ermitteln ???
Wir versuchen es einmal mit dem "versicherungstechnischem
Ansatz".
Wenn es neuerdings Tierkrankenversicherungen für ca.
40 EURO / Monat gibt, dürften die
wahren, durchschnittlichen Kosten bei vielleicht 25 EURO /
Monat liegen.
(In den 40 EURO Versicherungsprämie sind nur außergewöhnliche
Fälle versichert, also
keine Impfungen und Wurmkuren !!)
15 Jahre mit jeweils ca. 25 EURO / Monat ergibt einen Aufwand
von ca. 4500 EURO.
Realistisch betrachtet bleiben somit also maximal 5.900 -
4500 = 1.400 EURO als erziel-
barer "Gewinn".......aber nur wenn man auch weiterhin
alle Randbedingungen wie z.B.
Wurfkiste, Welpenzimmer, Welpenauslauf, Hundezimmer, häufigere
Renovierung, Ein-
zäunung des Grundstückes, zusätzliche Stromkosten
für Welpen-Rotlicht, Waschma-
schine/Trockner sowie zusätzliche Heizkosten, Bewirtung
der Welpeninteressenten, Tele-
fonkosten, Infomaterial für die neuen Welpenbesitzer,
Besuch weiterer als der zur Zulas-
sung notwendigen Ausstellungen, Reinigungsmittel, Einstreu,
Hunddecken, Hundekörb-
chen, Hundeboxen, Welpenspielzeug, Leckerchen, angenagte Möbel,
zweit- und Drittleine
incl. Halsband.........
Und haben Sie eine Vorstellung von dem Zeitaufwand für
eine "sorgenvolle" Hausaufzucht
eines Wurfes ?? Die Zeit, die wir für all unsere Beagles
aufwenden betrachten wir selbst-
verständlich als Hobby.
© C. S.
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